Hagerhof-Mädchen sind Deutsche Vizemeisterinnen

Die letzte Aktion des diesjährigen „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ Turniers war für unsere Mädchen ein Dreierversuch von der Mittellinie im Finale gegen Hamburg. Alle Blicke verfolgten gebannt den Ball. Er war nah dran, fand sein ganz großes Ziel aber nicht, so dass am Ende einer tollen Woche im Herzschlagfinale das Endergebnis von 35:36 und somit die Silbermedaille feststand.

Aber der Reihe nach: April heißt für die Hagerhof-Basketballerinnen in der Regel Bundesfinale der Schulen in Berlin. So auch dieses Mal. Durch einen hart umkämpften Sieg im Landesfinale gegen das Petrinum Gymnasium aus Recklinghausen hatte man im Februar einmal mehr das Ticket gelöst und die Spielerinnen von Nicola Happel und Martin Otto reisten diese Woche mit geballter Erfahrung in der Bundeshauptstadt an. Außer Linda Thimm und Emily Scheibinger standen bereits alle Spielerinnen im letztjährigen Kader, der die 2023 Meisterschaft mit einem starken vierten Platz beendete.

Erklärtes Ziel war diesmal ein Platz auf dem Treppchen. Entsprechend engagiert ging man von Beginn an zu Werke. Die Gruppenauslosung der Vorrunde meinte es gut mit den Honneferinnen, denn die Turnierfavoritinnen aus Berlin und Hamburg waren zunächst gemeinsam in einer anderen Gruppe einsortiert. Gegen die Schulen aus Wolgast (62:2) und Trier (52:16) gelang ein perfekter Einstieg in das Turnier. Der Gruppensieg stand dann in der Partie gegen die erwartet starke Sportschule aus Halle (35:26) an zur Entscheidung. In einem Spiel auf Augenhöhe konnten sich die Mädchen von Nico Happel erst in der zweiten Halbzeit entscheidend absetzen und so auch schon wichtige Punkte mit in die Zwischenrunde nehmen, in die auch Halle einzog.

Dort stieg das basketballerische Niveau merklich an. Mit den Gymnasien aus Oberursel (Hessen) und Damme (Niedersachsen) traf man hier auf alte Bekannte. Beide Partien waren im vergangenen Jahr hart umkämpft, aber diesmal war die Hagerhoferfahrung deutlich sichtbar. In der Auftaktpartie des zweiten Turniertages gegen Oberursel ging das Hagerhofteam vom Hochball an konzentriert und engagiert zu Werke. Die Hessinnen wurden immer wieder mit starker Verteidigung unter Druck gesetzt und die daraus resultierenden Schnellangriffe schafften eine schnelle Führung, die über den gesamten Spielverlauf konsequent zum 36:9 Sieg ausgebaut wurde. Da aber Halle gegen Damme im folgenden Spiel ebenfalls siegte, waren unsere Mädchen noch nicht für das Halbfinale qualifiziert. Ein Sieg gegen Damm musste her, sozusagen auch als Revanche für die letztjährige Niederlage im Spiel um Platz 3. Einmal mehr erwiesen sich die spielstarken Niedersachsinnen als schwere Gegnerinnen, die erst mit zunehmender Spieldauer geknackt werden konnten. Das Endergebnis von 36:18 sah dann etwas eindeutiger aus als das Spiel selbst.

So standen kurz vor Ende des zweiten Tages noch vier Teams im Ring: Berlin, Hamburg, Halle und der Hagerhof. Die Klasse der Leicht- und Mittelgewichte lag jetzt hinter unseren Mädchen. Mit Berlin stand man im Halbfinale dem ersten Schwergewicht gegenüber. Entsprechend intensiver und körperlicher ging es von Beginn an zur Sache, mit leichten Hagerhof-Vorteilen. Allerdings wogte die Partie hin und her mit einigen für die Sportart Basketball bekannten Läufen. Immer wenn es so aussah, als ob eine Mannschaft die Oberhand gewinnen könnte, drehte sich das Momentum. Kurz vor Ende der Partie war die Hagerladies auf einmal mit fünf Punkten in Front als die Berlinerinnen noch einmal zuschlugen und auf einen Punkt verkürzten. Im entscheidenden Angriff übernahm dann Teamkapitänin Laura-Sophie Telke die Verantwortung und netzte den wichtigsten Dreier ein und schob so ihr Team über die Ziellinie und ins Finale. Die Freude war zwar groß aber doch getrübt, den kurz zuvor hat sich Haby Sadio vertreten und wurde verletzt vom Spielfeld begleitet.

Beim großen Finale in der Sporthalle Charlottenburg musste Trainerin Nicola Happel somit auf ihre einzige echte Centerin verzichten. Eine Herausforderung, denn die dort wartenden Hanseatinnen waren mit Abstand das größte Team des Turniers. Aber unsere diesjährige Mannschaft rückte noch enger zusammen und kompensierte fehlende Länge mit kämpferischer Größe und überragendem Teamgeist. Ihre aggressive Verteidigung beeindruckte die Hamburgerinnen und entsprechend waren Punkte in der Anfangsphase Mangelware. Erst mit der Zeit entwickelte sich auf beiden Seiten auch ein offensiver Rhythmus, aber da einfache oder freie Würfe selten waren, blieben die Wurfquoten und der Punktestand auf beiden Seiten niedrig. Hamburg profitierte von seinen Reboundqualitäten, gerade am offensiven Brett, der Hagerhof von seiner hautnahen Verteidigung und dadurch resultierenden Turnover. Zur Halbzeit führten die Rheinländer hauchdünn mit 20:18. Aus der Kabine kamen die Norddeutschen aber bestimmter zurück auf’s Linolium. Mit einem Zwischenspurt zogen sie auf einmal auf 22:27 davon und schienen das Spiel plötzlich fest in der Hand zu halten. Aber Aufgeben gab es nicht. Mit starken Zügen zum Korb kämpfte man sich auf 30:31, dann von 30:36 wieder auf 35:36 heran. Der letzte Angriff gehörte eigentlich Hamburg, aber mit letzter Energie gelang es, denn Ball noch einmal zu stibitzen – nur die Uhr tickte bereits erbarmungslos, so dass man keine nähere Distanz zum Korb schaffen konnte, um die Erfolgsaussichten für den finalen Wurf entscheidend zu verbessern.

Trainerin Nicola Happel: „Wir haben in Berlin ein unglaubliches Turnier gespielt und gezeigt, was Teamplay erreichen kann. Ich bin immernoch überwältig, was das Team geleistet hat, wie es jede Minute gemeinsam gekämpft und diszipliniert in jedem Spiel unseren Gameplan umgesetzt hat. Den 2. Platz in einem so hochkarätig besetzten Turnier zu belegen und das Finale bis auf die letzte Sekunde eng zu gestalten ist absolut Wahnsinn. Dieses Jahr sind sowohl Halle, als auch Berlin, Hamburg, Wedel und Ludwigsburg mit vielen Nachwuchsbundesliga- und Nationalspielerinnen angereist. Sich in diesem starken Turnierfeld durchzusetzen ist nicht einfach. Vor allem aber freut es mich sehr, dass die Mädels durch den Erfolg gemerkt haben, dass ein Jahr hartes Training und Disziplin belohnt werden und sich auszahlt. Nach dem knappen verpassen einer Medaille im Vorjahr haben sich die Spielerinnen viel vorgenommen und waren motiviert zurückzukommen, um es besser zu machen. Ich bin mehr als stolz, dass sie das auch geschafft haben. Sie haben es sich verdient.“

Gratulation an Hamburg zum Gewinn der Deutschen Schulmeisterschaft, aber vor allem Gratulation an unsere Hagerhoflerinnen, die mit viel Teamspirit, Leidenschaft und Kampf begeistert und sich dafür mit einem Platz auf dem Treppchen und der Silbermadaille belohnt haben. Ein großer Dank geht zudem an unsere Spielerinnen Laura-Sophie Telke und Haby Sadio, die über lange Jahre Schloss Hagerhof sportlich vorbildlich repräsentiert haben, ab dem neuen Schuljahr altersbedingt aber nicht mehr spielberechtigt sein werden.

Für Schloss Hagerhof in der Wettkampfklasse II (Jahrgang 2007 und jünger) spielten:
Hannah Düster, Lilly Flemming, Emilia Heinen, Linda Lenz, Nela Ridda, Haby Sadio, Emily Scheibinger, Laura-Sophie Telke, Linda Thimm, Nicola Happel (Trainerin), Martin Otto (Trainer), Silke Otto (Betreuerin)

Ergebnisse Vorrunde:
Schloss Hagerhof – Runge Gymnasium Wolgast 62:2
Schloss Hagerhof – Sportschule Halle 35:26
Schloss Hagerhof – Max-Planck-Gymnasium Trier 52:16

Zwischenrunde:
Schloss Hagerhof – Gymnasium Oberursel 39:6
Schloss Hagerhof – Gymnasium Damme 36:18

Halbfinale:
Schloss Hagerhof – Sportschule im Olympiapark Berlin 43:40

Finale:
Schloss Hagerhof – Stadtteilschule Alter Teichweg Hamburg 35:36

 

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