Hagerhof-Schüler:innen gedenken der Reichsprogromnacht

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Zum Gedenken an die Opfer der Novemberprogrome 1938 hatten sich an der Gedenktafel der ehemaligen jüdischen Synagoge rund 150 Menschen eingefunden. Jedes Jahr versammeln sich Honnefer Bürger:innen an der Tafel, um ein Zeichen gegen Gewaltherrschaft und Terror zu setzen. Darunter auch Schüler:innen von Schloss Hagerhof, die Worte von Martin Niemöller für die entsetzlichen Ereignisse von damals zitierten: „Jeden Tag Zivilcourage in kleinen Dingen zeigen.“

Martin Niemöller, nicht unumstrittener Theologe, war zunächst begeisterter Anhänger des Nationalsozialismus. Später allerdings entwickelte er sich während des Kirchenkampfes und seit 1938 als Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen zum Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

Welch traurige Aktualität dieses ernste Thema hat, machen Zahlen deutlich, die für sich sprechen. Auch 2022 finden täglich Anschläge und Angriffe mit antisemitischem Hintergrund statt. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 3000 Straftaten erfasst – Tendenz steigend. Deshalb müsse dem Antisemitismus öffentlich entgegengetreten werden, betonte Michael Lingenthal, Mit-Initiator des von der Stadt geförderten Projekts Erinnerung und Gegenwart. Oder, wie Jochen Langbein, Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen in Bad Honnef und Mitinitiator des Gedenktages, es ausdrückt: NIE WIEDER darf sich so etwas wiederholen!

Text: Claudia Hennerkes, Foto: Stadt Bad Honnef